Herausforderungen und Zukunftsperspektiven

Auch jüngste Studien zum Stand der Wissenschafts-Wirtschafts-Kooperationen in Deutschland zeigen, dass hier noch ganz erhebliches Potential besteht. Wie kann das sein? Die meisten Hochschulen in Deutschland verfolgen doch ausdrücklich die Dritte Mission: Sie möchten eine sichtbare Wirkung in der Gesellschaft erzielen und streben einen produktiven Austausch mit der Wirtschaft an.

Die Studien zeigen auch, dass viele Wissenschaftler prinzipiell sehr motiviert sind, zur Dritten Mission beizutragen, diese Motivation aber nicht groß genug ist. Sie erkennen meist keinen unmittelbaren Nutzen für sich in einem solchen Engagement.

Wir sind seit 2002 ausgewiesene und anerkannte Experten im „University Engagement“ – auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene.

Unser Ziel im Projekt: Wir möchten einen Weg aufzeigen, um Wissenschaftler zu motivieren, mehr zur Dritten Mission beizutragen – ohne sie dazu zu drängen oder monetäre Anreize einzusetzen.

Bisher ging man in der Forschung davon aus, dass es genügen würde, die Barrieren abzubauen, die den Transfer behindern. Unsere Studien zeigen aber, dass diese Annahme falsch ist. Zwar hegen Forscher den Wunsch, ihre Forschungin die Praxis umzusetzen. Oftmals fühlen sie sich sogar moralisch dazu verpflichtet. Allerdings handeln sie mehrheitlich nicht entsprechend. Dies liegt daran, dass sie weder Anerkennung noch Belohnung für ein solches Engagementerhalten. Ist die Motivation aber erst einmal vorhanden, dann zählen bestehende Hürden kaum noch.

Unser Projekt ist daher, Wissenschaftler an deutschen Hochschulen mittels Nudges dazu zu motivieren, sich stärker in die Dritte Mission einzubringen.

Doch wie vielversprechend ist dieser Ansatz ? Um dies zu belegen, möchten wir das Konzept des Nudging für Wirtschafts-Wissenschafts-Kooperationen und Wissenschaft-Gesellschafts-Kooperation empirisch weiter untermauern.

Was die Zukunftsperspektive unseres Projekts betrifft, sehen wir auch eine große Relevanz für das Wissenschaftssystem, am stärksten aber für das Innovationssystem. Denn: Je mehr Wissenschaftler sich aktiv in Gesellschaft und Wirtschaft einbringen, desto stärker werden Innovationen befördert. Auch wird eine höhere gesellschaftliche Relevanz dem Wissenschaftsstandort zu Gute kommen